Wetterrückblicke von Karl Josef Linden seit Januar 2006

Wetterrückblick Juli 2020

Juli 2020- Ein launischer Sommermonat

Ein unterkühlter Norden und ein überhitzter Süden Deutschlands kennzeichneten diesen Sommermonat. Dazwischen schaukelte der Sommer hier im Rheinland hin und her, zeitweise war es ungewöhnlich frisch in den Nächten und zum Monatsende auch mal kurz extrem heiß.

 

Schauen wir uns den launischen Juli im Kreis Düren genauer an. Die Durchschnittstemperaturen entsprachen rund um die Kreisstadt mit 18,2° den langjährigen Mittelwerten (Jülich 18,0°, Nörvenich 18,4° und Vettweiß 18,5°) oder sie lagen knapp (-0,5°) darunter (Vossenack erreichte 16,7° und auf dem Kermeter betrug die Mitteltemperatur 16,1°).

Verbreitet war es der kühlste Juli seit 2012 in unserer Region, das zeigt auch die geringe Zahl an Sommertagen: Düren zehn Tage über 25° (Mittelwert 14 Tage), Kermeter auf 500 m Seehöhe sieben Tage über 25°. Der eindeutig heißeste Tag des Monats war der 31. Juli mit folgenden Spitzenwerten im Kreisgebiet:

Düren 36.2° (Platz sieben in NRW), Vettweiß 36.0°, Aldenhoven 35.9°, Heimbach 35.7°, Nörvenich 35.5°, Hürtgenwald-Brandenberg 35.4°, Jülich Forschungszentrum 35.3°, Schmidt 35.0° und in Vossenack 33.9°.

Immer wieder brachten Tiefdruckgebiete vom Nordatlantik auch kühle Meeresluft aus dem Nordwesten. Sie schaffte am 21. und 22. des Monats den totalen Gegensatz in Form von leichtem Bodenfrost im oberen Kall- und Rurtal.

 

Nach einem eher nassen Juni zeigte sich der Juli 2020 wieder sehr trocken. Nur 30-70% des Normalregens fiel vom Himmel sowohl in den Höhenlagen als auch in der Dürener Bördenlandschaft. Der Juli gehörte damit zu den fünf trockensten seit 30 Jahren. Im trockenen Sommer 2018 schaffte der Juli sogar nur 5 l/qm in Nörvenich, diesmal waren es 40 l/qm. Da es kaum Gewitter gab, blieben die Tagessummen sehr gering. Hier die gemessenen Regenmengen aus dem Kreis Düren: Heimbach nur 19 l/qm, Vlatten 21 l, Kreuzau-Drove 23 l, Hergarten, Düttling und Vettweiß 24 l, Heimbach-Hasenfeld 30 l, Kermeter „Wilder Weg“ 31 l, Düren und Weisweiler 32 l, Jülich 35 l, Schmidt 36 l, Aldenhoven und Hoven 38 l, Nörvenich und Brandenberg 40 l, Tagebau Hambach 42 l, sowie Vossenack 45 l/qm.

 

Wie stark die Austrocknung der Böden im Juli war, zeigt das Verhältnis von Niederschlag und Verdunstung am Beispiel von Vettweiß: Niederschlag nur 24 l/qm, Verdunstung dagegen 120 l/qm, eine absolut negative Bilanz. Die ersten gelb gefärbten Bäume würden schreien vor Trockenheit, wenn sie es könnten.

 

Der Juli war besonders im Rheinland sonnenreich. Während in Schleswig-Holstein nur 150 Sonnenstunden gezählt wurden, waren es bei uns 200-250 Stunden, ideal für den Urlaub in der Eifelregion. Hier einige vorliegende Summen zum Vergleich: Aldenhoven 245 Stunden, Vettweiß 216, Düren und Nörvenich 209, Jülich 203 und im Rurtal bei Heimbach 195 Stunden. Im April und Mai gab es deutlich mehr Sonnenschein als im Juni und Juli. Die Abweichung vom Mittelwert betrug in Nörvenich und Düren 95%, rund um Aldenhoven im Westkreis waren es 110%.

 

Nach den vorliegenden Prognosen scheint der August der wärmste Sommermonat zu werden. Die vorliegenden Karten zeigen für die nächsten Tage ein kräftiges und beständiges Hoch über der Ostsee und eine trockenheiße Strömung aus Osteuropa. Es muss also weiter gegossen werden und die Waldbrandgefahr steigt.

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